Rede zur Ausstellungseröffnung in der CAGP
Hier also meine Rede, die ich zur Eröffnung der ersten Ausstellung der Produzentengalerie in der Akademie hielt.
Ich gebe die Rede nur ungefähr und sinngemäß wieder, da ich sie frei mit nur einigen Stichpunkten in der Hand hielt.
Dieses dient der Dokumentation der wichtigsten Eckpunkte, die die Entstehung, die Ausstellung und die Zukunft der Produzentengalerie betreffen.
Für alle, die nicht dabei waren, an dem wunderschönen Frühlingstag des 7. Aprils, es war ein Mittwoch, trafen sich eingeladene Gäste, um die Vernissage der ersten Ausstellung der Produzentengalerie Halle zu feiern.
Da wir uns derzeit noch keine eigenen Räume leisten können, nahmen wie die Einladung der Christlichen Akademie für Pflege- und Gesundheitsberufe, kurz CAGP und dessen Geschäftsführer Frieder Badstübner wahr, um die Ausstellung in deren Räumen zu gestalten.
Vor meiner Rede war die Eröffnungsrede des Geschäftsführers, und eine Laudatio des Galeristen Hr. Wenk. Die Reden wurden mit Lifemusik des Duos 'La vie en rose` musikalisch ausgeschmückt.
Hier also mein Part, in dem ich versucht habe, deutlich zu machen, wie die Produzentengalerie entstand, und was sie für mich bedeutet.
"Als ich mit der Idee der Produzentengalerie vor einem halben Jahr startete, brachen schwierige Zeiten für bildende Künstler dieser Region an:
- Die Galerie am Marktschlößchen hatte gerade geschlossen,
- Das Forum für Malerei war einfach vom Erdboden verschwunden
- Die Villa Kobe war kurz davor zu schließen
Einige zogen für sich daraus die Konsequenz, und kehrten der Region den Rücken zu.
Doch ohne Ausstellungsmöglichkeit verliert der Künstler seine Existenzgrundlage.
Seitdem ergeben sich bei zufälligen Begegnungen auf der Strasse, im Postamt, in Galerien oder sonstwo mit Bekannten Gespräche, die auf zweierlei Weise verlaufen; in etwa so:
1."Und, was machst du denn so?" "Ich mache jetzt eine Produzentengalerie?" "Was ist denn das?" "Das ist wenn Menschen, die sich künstlerisch betätigen,und keinen Galeristen finden konnten, der sie vertritt, selbst die Galerie betreiben. Also eine Galerie von Produzenten."
2. Oder so: "Ah, Produzentengalerie kenne ich, wo ist denn die Galerie?" "Im Internet." "Wieso das?" "Naja, richtige Räume können wir uns halt noch nicht leisten. Hier ist die Adresse (Stempel oder Karte). Wenn du auch was zeigen willst, kannst du ja mitmachen."
Einige von denen so Angesprochenen machen tatsächlich mit, die meisten nicht. Die wenigen, die mitmachten, sind heute hier.
Heute stehe ich hier von Ihnen und präsentiere die erste Ausstellung der Produzentengalerie. Wenn sie bei den meisten Bildern den Eindruck haben, sie wären unfertig, oder unvollendet, dann ist Ihr Eindruck genau richtig. Sie sind es auch, sowie die ganze Produzentengalerie unvollendet ist.
In der Produzentengalerie steckt das Wort 'Produzenten'. D. h. hier wird etwas gemacht, was sich im Fluß begreift und kein definierten Anfang und kein Ende hat.
Es war Picasso, der im letzten Jahrhundert sagte, ein Bild zu vollenden, wäre das Gleiche, wie ihm den Todesstoß zu versetzen, also es zu töten.
Für die damalige Zeit war diese Aussage revolutionär, und Picasso wurde dafür kritisiert. Heute können Sie diese Aussage sehr einfach auf ihre Richtigkeit prüfen: Betrachten sie ein Bild sehr intensiv, entweder ein Bild dieser Ausstellung, oder eines im Museum. Wenn Sie nach 10 Minuten immernoch keinen Makel daran gefunden haben, dann ist es wahrscheinlich tot.
Der Makel ist ein Zeichen des Lebendigen und im Museum sind wir Produzenten Gott sein Dank noch nicht angekommen.
Und ich bin mir sicher, -zumindest kann ich das für meine Bilder sagen- jeder der Produzenten könnte jedes seiner Bilder von der Wand nehmen, und es jederzeit weitermalen.
In der Zukunft wird die Produzentengalerie weiter wachsen. Bereits jetzt haben sich wieder 3 neue Bilderproduzenten angemeldet, die mitmachen wollen.
Wie haben auf der Webseite zwei Mailinglisten eingerichtet, über die Sie über alle kommenden Aktivitäten der Produzentengalerie informiert werden. Eine Liste ist für Interessenten, eine für aktive Produzenten.
Ich werde jetzt diese Klangschale hier anschlagen. Sie hat etwas besonderes, sie schwingt in der Frequenz des Herzens, d. h. sie transportiert die Worte, die ja auch Schwingung sind, in die Herzen der Zuhörer.
Anschließend werden wir zwei Gedichte hören, die Situationen beschreiben, die im direkten Zusammenhang mit der Entstehung der Produzentengalerie stehen.
Das erste beschreibt Jemanden, der die Idee hat, etwas zu machen, aber auf alle möglichen Hindernisse in sich selber stösst.
Das zweite Gedicht liefert eine Aussicht, also die Möglichkeit, sich fortzuentwickeln."
Die Klangschale wurde angeschlagen, und der Ton des Herzens verbreitete sich im ganzen Raum bis in die hinteren Reihen.
Dann wurden die Gedichte, 'Gründe' und 'Lob des Lernens` gelesen.
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Thomas Peters meint:
Liebe Leser des Blogs und liebe Mitglieder der Produzentengalerie,
ich wurde mehrfach gebeten, mich auch hier einzubringen und Stellung zu nehmen.
Wie ich mitbekommen habe, geht es in den letzten Blogs so weiter in der Diskussion, wie es bisher schon so oft geschehen ist.
Ich habe zur Zeit sehr viel damit zu tun, mein Leben beruflich wie privat zu organisieren; es stehen neue Dinge an, die auf den Weg gebracht werden müssen. Deshalb werde ich mich NICHT mehr an dieser end- und, wie die Vergangenheit gezeigt hat, meistens auch völlig fruchtlosen Diskussion beteiligen! Ich werde nichteinmal die letzten Blogeinträge zu diesem Thema lesen! Dabei ist mir sehr bewusst, wieviel Kraft und Zeit jeden einzelnen das Verfassen dieser Texte gekostet hat. Schade darum!
Ich habe mir inzwischen ein Bild von den Denk- und Sichtweisen der verschiedenen Beteiligten machen können. Mit mancher Sichtweise stimme ich überein, mit anderer nicht.
Für die Zukunft ziehe ich aus diesem Wissen meine Konsequenzen. Das heißt, dass es eine Zusammenarbeit in bestimmter Form nicht mehr geben wird, in anderer Form jedoch gerne.
Wir sollten uns des Guten, was wir bisher auf die Beine gestellt haben, bewusst sein, es war einiges. Für mich war schon das Kennenlernen der anderen "Produzenten" den ganzen Aufwand wert. Noch dazu haben wir denen, die sich dafür interessieren, schöne Dinge zu bieten. Die Ausstellung selbst ist ein guter Schritt aus der virtuellen Anonymität.
Was wollen wir denn? Unsere wertvolle Lebenszeit mit energieraubenden Auseinandersetzungen verplempern, uns und unseren Angehörigen mit unserer Unzufriedenheit auf den Wecker fallen?
Oder wollen wir doch lieber etwas schaffen, an dem wir und unsere Nachwelt uns erfreuen können?
Wir haben ein Leben zu leben! Lasst uns doch darauf konzentrieren!
Apropos Gutes:
Wenn ich schon hier schreibe, will ich die Gelegenheit nutzen, mich bei allen, die die Ausstellung ermöglicht haben, zu bedanken und natürlich auch bei denen, die die Eröffnung gestaltet haben. Das Duo "La vie en rose", welches den musikalischen Rahmen gegeben hat, kann ich nur weiterempfehlen.
Herr Badstübner, vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Geduld mit uns!
An Dich, lieber Robert,
wie auch immer Du Dich entscheidest, ich respektiere Deine Entscheidung(en) voll und ganz. Du wirst Dich zum Guten für Dich entscheiden. Ich würde es sehr begrüßen, wenn Du weiterhin bei der Produzentengalerie dabei sein würdest. Du bist für sie künstlerisch und menschlich eine große Bereicherung. Das gilt auch für die anderen, zum Beispiel Heidrun und Rainer Otto: Ich würde mich freuen, wenn wir alle einen Weg fänden, der uns dazu bringt, mit Freude und Spaß an der Produzentengallerie beteilgt zu sein.
Ich sage aber auch ganz klar:
Wenn alles nicht hilft: Auch ohne Produzentengalerie geht das Leben weiter!
In diesem Sinne
Ihr / Euer
Thomas Peters
ja, danke Thomas
...für den Beitrag, in dem Du sehr ehrlich Deine Haltung offenlegst.
Ich stimme mit Dir darin überein, daß wir unseren Fokus auf das Schaffen guter Arbeiten und Ausstellungen statt auf Auseinandersetzungen setzen sollten.
Das jedoch setzt Arbeit voraus, das macht sich nicht von alleine. Arbeit, für die sich jeder Einzelne im Idealfall verantwortlich fühlen sollte.
Anderseits finde ich, das was Du in Deinem kleinen Text hier über Dich offenbarst, kann man sehr gut Deinen Bildern, die ja nun doch in der Cafeteria hängen, ansehen.
Du schreibst, daß Dir Deine Zeit, die Texte zu lesen, die andere hier in diesem Blog verfasst haben zu Schade ist. Dennoch bildest Du Dir einen Pauschalurteil darüber.
Das passt sehr gut ins Bild, daß Du Dir bei der Ausstellung bei mir hinterlassen hast: "Sollen doch die anderen die Arbeit machen, ich picke mir denn schon die Rosinen heraus und setze mir dennoch die Lorbeeren dafür auf's Haupt".
"Sollen sich doch die anderen über Jahre hinweg mit Lithografie, Malerei, Anatomie, Linoldruck, Digitalart, Programmieren von Internetseiten und Verfassen von Texten plagen. Ich setze mich dann ins gemachte Nest, drucke dann mal eben meine Schnappschüsse in letzter Minute aus, heiße dann ebenso 'Künstler' und genieße meine Lebenszeit in vollen Zügen."
Das wäre eine gute Einstellung, (aus Deiner Sicht), wenn's denn nur so einfach wäre, nur bringt es der Produzentengalerie nichts.
Ich erinnere mich noch sehr gut, als Du das erste mal zu mir kamst, und fragtest, ob ich mir mal Deine Bilder auf der 'CeDeh' angucken würde.
Du warst sehr kleinlaut, und hast wahrscheinlich nicht damit gerechnet, daß ich einige in die Produzentengalerie mit aufnehmen würde.
Nun tat ich's trotz einiger Bedenken die Qualität betreffend dennoch, Du kannst Dich aber hoffentlich noch daran erinnern, daß ich das an bestimmte Bedingungen geknüpft habe.
Du schwärmtest mir damals von Van Gogh, und davon, daß du seine große Intensität bewunderst.
Nun nach der ersten Premiere ich Echtzeit sehe ich keines unserer Abmachungen und vor allem Deine Begeisterung für Van Gogh nicht in Taten umgesetzt.
Ich nehme es zur Kenntnis, und werde das bei den künftigen Entscheidungen, bezüglich Deiner Teilnahme der Aktivitäten der Produzentengalerie mit einbeziehen.
beste Grüße