Fazit der Ausstellung in der CAGP

Hier also zusammenfassend nochmals das Resümee von unserer ersten öffentlichen Ausstellung

Alles in allem ist es jetzt doch eine ganz schöne Ausstellung geworden, wie die neuesten Fotos belegen.

Klar gibt es noch hier und da ein paar Ecken und Kanten, an denen man noch feilen könnte, doch niemand erwartet von einer Produzentengalerie ernsthaft eine Präsentation, die musealen Charakter hat.

Im Museum sind wir (zum Glück) noch nicht angelangt, -wir leben noch! Außerdem wären dazu die Mittel, über die wir verfügen noch nicht ausreichend.

 

Lob von vielen Seiten

 

Wie ich mir sagen ließ, hat fast jeder Aussteller für mindestens eines seiner Werke lobenden Zuspruch erhalten:

Roberts großes Gemälde (Komm ans Licht) in dem Kaminzimmer wurde bewundert, auch wenn hier der Preis von vielen als total überteuert empfunden wurde. Das sechsteilige Bild von Heidrun Göres über dem Kamin gefiel vor allem den Cafeteriamitarbeitern. Auch Rainer Rauschs Lithografien gefielen vor allem den jüngeren Publikum. Und Lutz Bolldorf wurde für seine filigrane Technik und ornamentale Fertigkeiten in seinen Linoldruckcollagen bestaunt.

So trägt jeder mit seinem Können auf seinem Spezialgebiet zum gesamt runden Eindruck der Ausstellung bei.

Nicht zufrieden bin ich noch mit Thomas Peters Arbeiten in dem Kaminzimmer, aber das sagte ich ja schon. Hier muß ich dem Galeristen Wenk, der die Laudatio hielt, Recht geben: Da ist noch keine Substanz zu erkennen. Da muß also deutlich noch etwas passieren, ehe das Ausstellungsreif wird.

So wie es jetzt da hängt, ist es nur allzusehr offenbar, was der kleine Junge nur in Andersens Märchen auszusprechen wagt: "Der Kaiser hat keine Kleider an". Einziger Lichtblick hier ist vielleicht noch der 'Krisenmanager'.

 

Vorbilder aus der Natur

 

Alles in allem wäre es für zukünftige Projekte wünschenswert, wenn alle Mitglieder insgesamt mehr gemeinschaftlich denken würden.

Also weniger daran: "Wieviel und wo kriege ich meine eigenen Bilder unter?", sondern vielmehr: "Wie bringe ich mich mit meinen Arbeiten besser in die Gemeinschaft der Ausstellung ein, so daß es ein rundes Gesamtbild wird, und den Organisatoren zudem Arbeit erspart?"

Und mit Einbringen meine ich nicht im Sinne von debattieren, lamentieren, und den anderen Angreifen bis alle in Streit geraten, sondern ich meine wirklich vor Ort sein, an den Vorbereitungen, Vortreffen und Rundbriefen teilnehmen und dann vor Ort das nötige tun. ("An ihren Taten sollt ihr sie erkennen")

Und ich meine damit vor allem auch nicht, einen anderen als 'Dummy' vorzuschieben, und dabei stets zu behaupten, es gehe ja gar nicht um die eignen Interessen, doch in den Handlungen und Reden wird das Gegenteil offenbar.

Habt ihr schonmal ein Bienenvolk oder einen Ameisenhaufen beobachten können? Jede Biene weiß genau, was zu tun ist. Und keine würde auf die Idee kommen, zu sagen: "Diese Biene da hat mehr Honig wie ich, das ist ja ungerecht." Und ich denke auch, keine Biene würde das, was sie macht als Kunst verstehen, und dennoch zählen die Produkte der Bienen zu den schönsten Kunstwerken, die ich kenne.

Nun stellt Euch mal vor, in einem Bienenstock oder einem Ameisenhaufen würde keiner für Ordnung sorgen, es gibt keine Regeln, alle summen und fliegen durcheinander und jedes Tier kann tun und lassen, was es will, schließlich sind ja alle Individualisten.

Was würde dann mit dem Bienenstock oder Ameisenhaufen passieren? Richtig, sie würden in ein heilloses Chaos zusammenfallen. Ähnlich hätte die Ausstellung ausgesehen, wäre es bei dem Stand nach dem ersten Aufbautag am Freitag geblieben, und hätte nicht eine ordnende Kraft eingegriffen, die dann doch noch für Gravitation gesorgt hat.

Und das Interessante an einem Bienenstock oder einem Ameisenhaufe ist: Von weitem sieht das durchaus chaotisch aus, doch tritt man näher heran, und betrachtet sich das aufmerksamer, dann erkennt man die bis ins kleinste durchstrukturierte Ordnung, die hinter dem Ganzen steckt.

Und jedes kleine Tierchen trägt sein Teil dazu bei.

 

Das wünschte ich mir für das nächste mal

 

Voraussetzung ist natürlich, daß alle auf dem gleichen Wissenstand sind. Man trifft also vorab klare Vereinbarungen, bei Vortreffen oder per Onlinekonferenz, wenn einige der räumlichen Distanz wegen nicht kommen können. So viele wie möglich Wünsche der Teilnehmenden sollten bei diesen Treffen berücksichtigt werden.

Dann werden konkrete Pläne herausgearbeitet, die so viele Details wie möglich (Raummaße, Abstand der Bilder, Hindernisse, Belichtungsverhältnisse, etc.) vorwegnehmen, um dann der 'bösen Überraschung' vor Ort zuvorzukommen.

Die Absprachen dann sind für alle und ohne Ausnahme verbindlich, und aus dem Raumplan geht klar hervor, welche Bilder für die Ausstellung berücksichtigt wurden.

Und dann vor Ort hat jeder das, was er zu tun hat im Hinterstübchen, und tut dies dann einfach. Genau wie die Ameisen und die Bienen. Bei einzelnen Fragen kann man trotzdem nochmal Rücksprache halten, ohne daß man das Gesamtkonzept umstößt.

Mit so einem Konzept verhindern wir nicht nur vor Ort unnötige Steitereien um Ausstellungsplatz und Nachbarschaften, mit denen wir uns nur beim Auftraggeber unbeliebt machen, sondern wir verhindern auch noch unnötige Fahrereien und Tansportkosten, was bei den heutigen Spritpreisen nicht unerheblich ist.

Ansatzweise war eine solche Planung ja bei dieser Ausstellung schon vorhanden. Zugegeben, sie war etwas vage, nicht jeder hat sie als verbindlich empfunden, und das eine Vortreffen war zu wenig.

Beim nächstenmal soll der Fokus deutlicher darauf gesetzt werden. Solche Planungen sollen im Rahmen von Stammtischtreffen laufen, sodaß sich keiner ausgeschlossen fühlt.

Da einige von Euch, (vor allem die älteren) mit dem Digitalen noch nicht so bewandert sind, wäre es auch denkbar, Abbildungen von Euren Bildern klein auszudrucken, und dann auf einem Maßstabsgetreuen Raumplan auf Papier hin- und herzuschieben.

Und auch wenn Ihr kreative Ideen habt, wie man das das nächste mal noch besser bewerkstelligen könnte, könnt ihr sie gerne hier anfügen, wir werden die Ideen sammeln, und auswerten.

 

Alles in Allem...

 

...kann ich bis dato nicht sagen, wohin sich die Produzentengalerie weiterentwickeln wird. Es gibt anfängliche Gespräche über die Zukunft der verschiedensten Art. Hierrüber werde ich, wenn es konkret wird berichten.

Nur eines lässt sich im Moment mit Sicherheit sagen: Eine Ausstellung in der Form, mit diesem Angebot (kostenloser Raum in bester Lage, kostenlose Flyer und Plakate, Musik, Reden und Verköstigung inklusive, sowie eine gratis anschließende Dokumentation) wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr geben.

 

Ausstell.honorar (v. 20.7.03): ver.di-Fachgruppe Bildende Kunst

Es sollte nicht nur einen kostenlosen Raum für die Ausstellung geben sondern die Vergütung der Kosten von Flyern, Plakaten, Musik, Reden, incl. Verköstigung als auch eine Dokumentation sollte vertraglich gesichert sein.

„Denn jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert“, und im Falle eines Künstlers gibt es laut ver.di - Fachgruppe Bildende Kunst eine Empfehlung für die Berechnung eines Ausstellungshonorars bei individueller Verhandlung mit Verwertern.

Das Ausstellungshonorar umfasst den Anspruch auf Vergütung sowohl der Nutzung des Ausstellungsrechts als auch die Nutzung der sich im Eigentum der/des Künstlers/Künstlerin befindlichen Werkstücke.

Die Berechnungsgrundlage ist der Verkaufswert (gleich Versicherungswert) der ausgestellten Werke.

Berechnung: Das Ausstellungshonorar berechnet sich aus einem Grundbetrag, der mit drei Faktoren multipliziert wird.

AUSTELLUNGSHONORAR = Grundbetrag x Faktor Zeit x
Faktor Region x Faktor Veranstalter

Faktor Zeit = Dauer der Ausstellung (Wochen bis Monate)

Faktor Region = Stadt oder Einzugsgebiet
(unter 100.000 bis über 500.000 Einwohner)

Faktor Veranstalter = vergleichbar mit ...
soziokult. Zentren, Produzentengalerien,
komm. Galerien, Bibliotheken, Schulen,
Krankenhäuser, Kunstvereine, Museen, Hotels,
Gaststätten, Arztpraxen, Anwaltskanzleien,
Versicherungen, Banken, Industrieunternehmen

Weiteres regeln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie der Ausstellungsvertrag, der Kaufvertrag oder andere Verträge.

Ausnahmen: Bei Ausstellungen in Galerien (Kunsthandel, Auktionen, Messen) und im eigenen Atelier kann auf das Ausstellungshonorar verzichtet werden.

Als Galerien werden jene anerkannt, die in Galerieverbänden organisiert sind bzw. an deren Messen teilnehmen.

klingt nett

nur wer bezahlt das?

Galerievertrag abschließen mit vereinbartem Ausstellungshonorar

Keine Ausstellung ohne Ausstellungsvertrag und Ausstellungshonorar!

Es kann nicht sein, dass die Arbeitsergebnisse der Künstler kein anderes Ziel verfolgen als die Räume des jeweiligen Verwerters zu schmücken.

Das geschieht ohnehin aber man kann weitere Konditionen, sprich ein Honorar vereinbaren. Es gibt nirgendwo eine Dienstleistung ohne Preisbenennung. Warum sollte der Inhaber einer Produzentengalerie davor zurückschrecken, vernünftige Vorstellungen gegenüber dem Verwerter betreffs eines Ausstellungshonorares zu äußern?

Damit überhaupt ausgestellt werden kann, müsste er „aus eigener Tasche“ alle auftretenden Unkosten decken. In der Cafeteria hörte ich: Früher sah das hier aus wie in einem Krankensaal und jetzt hat es den Charakter eines angenehm anzusehenden Gastraumes. Das gilt auch für die schön geschmückten Räumlichkeiten des Hauptgebäudes.

Es gibt z. B. in der CAGP bestimmt auch einen Kulturfond o.ä.!? Inwieweit dort ein Ausschöpfen möglich ist, wäre sicher auch jetzt noch, während der Ausstellung möglich zu erfragen.

für diese Ausstellung

ist es nu zu spät. Die Abmachung war, wir dürfen dort ausstellen, die CAGP übernimmt das Büfett die Reden und die Musik. Von Ausstellungshonorar war nicht die Rede, und wäre auch nicht akzeptiert worden. Dafür haben wir aber dort die Chance, etwas zu verkaufen.

Es wäre aber denkbar, wenn ein Auftraggeber an uns herantritt, bei der nächsten Ausstellung ein Honorar zu vereinbaren. Da lässt sich drüber reden.

beste Grüße

 


Hier die Bilder von den letzten Ausstellungen

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